Was ist Biofeedback?

Wir danken Frau Dr. Edith Schneider für Ihre erklärenden Worte, die wir hier verwenden dürfen:

Beim Biofeedback werden eigene Körpersignale z.B. durch Computereinsatz zurückgemeldet, so dass die Person lernen kann, diese Körperfunktionen zu beeinflussen. (Definition Deutsche Gesellschaft für Biofeedback).

Das Beherrschen von körperlichen Reaktionen, die normalerweise unbewusst bleiben, erschien den Menschen früher unmöglich. Der technische Fortschritt ermöglicht uns heute, minimale Veränderungen der Körpersignale sichtbar und damit veränderbar zu machen. Den meisten Menschen ist nicht bewusst welche Kraft ihre Gedanken und Gefühle haben und wie stark sie sich auf ihren Körper auswirken. Und doch kann schon ein vorübergehender Gedanke an eine unangenehme Situation den Blutdruck in die Höhe treiben, die Muskeln sich verspannen und die Atmung flacher werden lassen. Wenn sich dann im Tagesverlauf stressbeladene Situationen häufen, denen man nicht ausweichen kann oder die man nicht optimal bewältigt, können sie schließlich zu einer Belastung zu führen, die man sich kaum erklären kann (die in sich selbst schon wieder bedrohlich wirken kann) und die, wenn sie nicht verkraftet wird, im Lauf der Zeit eine Vielzahl körperlicher Beschwerden mit sich bringt.

Das betrifft nicht nur Erwachsene, sondern zunehmend auch die Kinder. Immer wieder liest man Berichte über eine erschreckende Zunahme von körperlichen und psychischen Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen. Viele von ihnen können z.B. den Schulalltag mit seinen Anforderungen kaum mehr durchstehen und reagieren mit Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit. Etliche entwickeln Schulangst, oder reagieren mit Aggressionen, ziehen sich zurück oder entwickeln ernsthafte psychische Probleme.

Biofeedback ist eine Möglichkeit, Stress im Alltag ohne Medikamente selbstständig zu bewältigen. Mit Hilfe von Biofeedback können schon Kinder verstehen, wie Gedanken und Gefühle mit körperlichen Reaktionen zusammenhängen und diese Reaktionen gezielt und ohne bisher bekannte Nebenwirkungen beeinflussen.

Doch man muss nicht krank oder gestresst sein um mit Hilfe von Biofeedback Kontrolle über seine körperlichen Reaktionen zu erlernen. Viele Menschen haben mit Hilfe von Biofeedback gelernt ihre Leistungen zu verbessern, effektiver zu lernen und zu arbeiten.

Ausführliche Informationen gibt es dazu auf der Webseite der deutschen Gesellschaft für Biofeedback (www.dgbfb.de). Dort findet man eine ausführliche Beschreibung der Einsatzmöglichkeiten des Biofeedback, u.a.:

  • Verdeutlichung der Zusammenhänge von psychischen und physiologischen Prozessen

  • Stress. Stressfolgen, Stressbewältigung

  • Chronischer Schmerz (Kopfschmerz, Rückenschmerz, Fibromyalgie u.a.)

  • Hypertonie, Durchblutungsstörungen, unklare körperliche Beschwerden (z.B. Tinnitus, Reizmagen, Reizdarm, somatoforme Störungen u.a.)

  • Schlafstörungen, Sexualstörungen

  • Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen

  • Epileptische Erkrankungen

  • Angststörungen, Depressionen

  • Posttraumatischen Belastungsstörungen

  • Prävention chronischer Erkrankungen

  • Verbesserung der Köroperwahrnehmung

  • Psychische Ursachen/psychische Folgen von körperlichen Krankheiten

Biofeedback bietet für verschiedene Erkrankungsbilder spezifische Behandlungsmöglichkeiten. Dazu zählen:

  • Allgemeine Stresserkrankungen

  • Chronische Rückenschmerzen

  • Spannungskopfschmerzen

  • Migräne

  • Muskuläre Verspannungen im Gesicht (z.B. Zähneknirschen, Bruxismus)

  • Essentielle Hypertonie (Bluthochdruck)

  • Neuromuskuläre Störungen (z.B. Schreibkrampf, Torticollis spasmodicus)

  • Aufmerksamkeitsstörungen

  • Epilepsie

  • Fibromyalgie

  • Chronic Fatigue Syndrom

Neben diesen Indikationsgebieten gibt es bereits Hinweise für zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten von Biofeedback. Letztendlich eröffnet sich für alle Körperfunktionen, die elektrisch messbar sind, die Möglichkeit zur Beeinflussung durch Biofeedback.